Die Jugendpflege 4.o steht für Respekt, Toleranz, Vielfalt und sensible Sprache.

Leitlinien der Jugendpflege 4.0

Jugendarbeit/Jugendpflege ist eine Teilleistung der Jugendhilfe, deren Auftrag im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) festgelegt ist. Das Aufgabengebiet der kommunalen Jugendpflege setzt unmittelbar an den Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen an. Ergänzend zu Familien-, Schul- und Vereinsleben bilden wir, die Jugendpflege 4.0, ein niedrigschwelliges Angebot, welches für alle Jugendlichen aus den Kommunen Florstadt, Reichelsheim, Echzell und Wölfersheim zur Verfügung steht.

  • § 11 SGB VIII

1. Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

2. Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägem der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.

3. Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

a. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung

b. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit

c. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit

d. internationale Jugendarbeit

e. Kinder- und JugenderholungJugendberatung

4. Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.

Ziel unserer Arbeit ist es, Kindern und Jugendlichen einen Raum zur freien Entfaltung zu bieten sowie die Selbstsicherheit, Eigenständigkeit und ein selbstverantwortliches Handeln zu fördern. Eine Jugendpflege die sowohl Freiräume für jugendliches Ausprobieren lässt, als auch haltend und regelnd Sicherheit bietet, ist Ausdruck dafür, dass Jugendliche in den Kommunen ihren akzeptierten Platz haben.

Wir bauen unsere Arbeit auf den Ressourcen auf, die die Kinder und Jugendlichen mitbringen. Diese werden aktiv in die Gestaltung der Angebote einbezogen, damit sie sich besser mit den Zielen und Inhalten der Angebote identifizieren können und aktiv partizipieren.

Dies wird vor allem in der Arbeit innerhalb der Jugendräume umgesetzt. Wir stellen in allen vier Kommunen Räume zur Verfügung, in denen Jugendliche einen Teil ihrer Freizeit verbringen und diese selbst gestalten können. Dazu gehören niedrigschwellige Angebote wie z.B. Kochen und Backen, Basteln, Ausflüge und verschiedene Spielangebote. Auch einfache Gesprächsrunden können die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung fördern und zu mehr Mut und Offenheit in ihrem eigenen Alltag beitragen. Die Jugendräume sind sowohl Anlaufstelle als auch Raum für Gruppen- oder Einzelberatung.

Prävention ist ein wichtiges Ziel der Jugendpflege, das sowohl in der täglichen Arbeit als auch punktuell in der Kooperation mit den Schulen erreicht werden soll. Dieses beinhaltet sowohl Drogen- und Mediensuchtprävention, als auch Diskussion und Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Vielfalt.

Offene Jugendarbeit beinhaltet bewusste und offene Parteinahme für die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen. Sie werden darin unterstützt, ihre Ideen und Wünsche zu realisieren. Darüber hinaus sollen sie lernen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen und ihre eigenen Standpunkte einzunehmen.

Die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Eine demokratisch organisierte Kommune muss deshalb möglichst früh dafür sorgen, dass demokratisches Handeln erlernt und geschätzt wird. Durch eine Kooperation mit BUNTerLEBEN, eine interkommunale Initiative von Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim, die gemeinsam die Partnerschaft für Demokratie in der Mittleren Wetterau darstellen, fördern wir die Partizipation der Jugendlichen am gesellschaftlichen und politischen Leben. In jeder der vier Kommunen wird ein Jugendforum installiert, welches es ermöglicht die Eigenverantwortung Jugendlicher zu fördern und ihren Gemeinschaftssinn zu stärken. Die Möglichkeit zur Mitbestimmung führt dazu, dass das Angebot eher genutzt und die Jugendlichen mehr Zeit und Energie in “ihr” Projekt, “ihre” Veranstaltung oder “ihre” Jugendeinrichtung investieren. Die Angebote der kommunalen Jugendpflege bauen ausschließlich auf der Freiwilligkeit der Teilnahme und des Mitwirkens auf.

Das Bemühen um soziale Integration von einzelnen Jugendlichen oder ganzen Gruppen in die Einrichtungen der Jugendpflege ist ein wichtiges Ziel der Jugendarbeit. Dabei werden gesellschaftliche Werte und Normen, aber auch Lebensinhalte der jungen Generation vermittelt. Jugendarbeit hat zudem die Aufgabe, die Jugendlichen aus Randgruppen in ihre Arbeit mit einzubeziehen, um Benachteiligungen abzubauen. Kinder und Jugendliche mit ihren unterschiedlichen sozialen Bezügen haben nicht von vorne herein die gleichen Möglichkeiten für eine gute Entwicklung. Es ist auch Aufgabe der kommunalen Gemeinschaft hier fördernd einen Ausgleich zu schaffen.

Die Integration von Jugendlichen, das Vermitteln von gegenseitiger Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Handicaps und Geschlechtervielfalt ist ein wichtiger Ansatz unserer Arbeit. Auch die Geschlechtszugehörigkeit beeinflusst noch immer die Partizipationschancen an gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Prozessen. Auch hier gilt es die unterschiedlichen Möglichkeiten zu nutzen um Benachteiligung vorzubeugen.

Wir, die Jugendpflege 4.0, stehen für Akzeptanz, Vielfalt und Respekt!